Taijiquan

Wörtlich übersetzt würde es das höchste Prinzip mit der Faust heißen. Das ist auch schon ein Hinweis auf die Herkunft von Taijiquan. Ursprünglich kommt es aus den Kampfkünsten, heute allerdings stehen mehr die gesundheitlichen und meditativen Aspekte im Vordergrund. Eine Kampfkunst ist es dennoch, wenn wir den Begriff der Kampfkunst etwas weiter fassen. Es wird ein stabiler Stand gefördert, eine gelassene Haltung und eine geschmeidige Flexibilität, sowohl auf geistiger als auch auf körperlicher Ebene. Auf Härte wird mit Sanftheit reagiert, mit yin auf yang. Das ist die praktische Umsetzung des yinyang Prinzips.

Dem Gesundheitsaspekt wird dadurch Rechnung getragen, dass die Bewegungsabläufe der Taiji-Form so konzipiert sind, das sie den harmonischen Fluss des Qi im Körper gewährleisten, indem die rundspiralförmigen Bewegungen kombiniert mit einem kontinuierlichen Wechselspiel zwischen Steigen und Sinken, Öffnen und Schließen, ausgeführt werden. Das Tempo ist langsam.

Da die Aufmerksamkeit auf den Bewegungsablauf fokussiert ist, kommt der Übende zur Ruhe. Ein Gedanke (auf den Bewegungsablauf) ersetzt 10.000. Diese Art von Meditation fällt vielen Übenden leichter als das reine dasitzen.